Andamanen. Eine befristete Anstellung als Paradiesbewohnerin.

Den Flug vom Festland nach Port Blair auf den Andamanen buchen und dort ankommen dauert nur ein paar Stunden. Vor Ort läuft alles etwas gemächlicher. Von den mehr als 500 Inseln sind nur wenige bewohnt. Sie liegen vor Thailand im Bengalischen Meer, sind aber ein indischer Bundesstaat. Das Panorama eignet sich hervorragend für kitschige Poster. Mit Palmen die sich Richtung Meer biegen vorm Sonnenuntergang zum Beispiel. Ein drittel der Einwohner lebt in Port Blair, der Rest verteilt sich auf einer Handvoll Inseln. Die wenigsten dürfen von Touristen besucht werden. Auf manchen leben bis heute Ureinwohnerstämme, die den Kontakt zur Außenwelt ablehnen. Jedenfalls deuten Forscher den Pfeilhagel auf sich nähernde Boote so.
Von Port Blair kommt man mit der Fähre zu den anderen erlaubten Inseln. Sofern man es schafft, ein Ticket zu bekommen. Am Anleger lerne ich Eva und Alex aus Innsbruck kennen. Zusammen bewältigen wir den bürokratischen Aufwand, Karten für die Schiffspassage nach Havelock Island zu erwerben. Die beiden werden bereits von Dominik, einem Freund von zu Hause, erwartet. Er ist schon länger hier und hat eine hübsche Unterkunft mit Palmhütten und Tauchschule direkt am Strand gefunden. Auch wir kommen dort unter.
Die Liste der möglichen Todesarten auf den Andamanen ist kurz. Von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen werden. Einem Elefanten zwischen die Füße geraten.Von einem Krokodil angeknabbert werden. Sich an Gemüsecurrys überfressen. Sich beim Schnorcheln in den Mangroven verheddern. Auch das 2 Meter lange Laub der Palmen halte ich für potentiell gefährlich, wenn es mir beim Herumlungern am Strand auf den Kopf fallen würde.
Auf Havelock gibt es zwei Straßen. Eine führt entlang der Ostküste. Sie verbindet den Fähranleger mit dem Dorf und den vielen kleinen Unterkünfte für Touristen. Die andere zweigt auf halber Strecke ab zur Westküste und dem schönsten Strand der Insel. Die 14 km dorthin lege ich mehrfach mit einem klapprigen Fahrrad zurück. Vor 10 Uhr morgens geht das, dann ist es noch nicht zu heiß. Kilometerlang zieht sich ein Streifen weißen Sands zwischen dem Urwald, der fast die ganze Insel bedeckt, und dem türkisgrünen Meer entlang. Palmwedel reichen bis über den Strand. In deren Schatten halte ich es gut einige Stunden aus. Kurz vor der Dämmerung ist es dann wieder kühl genug um den Rückweg anzutreten.
An zwei Tagen fahren wir mit dem Boot zu den Korallenwiesen hinaus aufs Meer zum Tauchen. Ich frage mich, wie die Inder die Filmkulisse von „Findet Nemo“ hierher bekommen haben. Clownfische verstecken sich in Anemonen, rundherum paddeln Fische in allen Farben und Größen, da sind leuchtende Korallen, Felswände, ein Wrack. Zum ersten Mal tauche ich mit Haien. Glücklicherweise sind sie kleiner als ich und sehr schüchtern. Zwischen den Tauchgängen lassen wir uns an Bord sanft schaukeln, von der Sonne trocknen und essen die mitgebrachten Sandwiches.
Nach einer Woche trudelt Tatjana auf Havelock ein, noch eine Freundin der Österreicher. Ich bin ein weiteres Mal begeistert, welch tolle Menschen ich in der weiten Welt finde. Neue und alte Gedanken kommen bei den zahlreichen Essensausflügen ins Dorf oder abends am Lagerfeuer mit auf den Tisch. Auf Deutsch kann ich einfach besser denken und mich ausdrücken. Englisch sprechen macht Spaß. Von so liebgewonnenen Leuten nach Wochen heimatliche Klänge zu hören mindestens ebenso.
Dominik kauft sich eine Machete. Damit zerlegt er fachmännisch Kokosnüsse und füttert uns, während wir in der Hängematte schaukeln. Dazwischen gibt es kiloweise Mangos und Ananas. Wenn ich nicht so faul wäre, könnte ich morgens und abends auf der Wiese vor meiner Hütte am Yoga teilnehmen. So in etwa stelle ich mir das Paradies vor.
Leider werde ich am Ende krank. So sehr, dass ich die Notfallklinik der Insel aufsuche. Der Arzt weigert sich mich anzusehen. Ich soll auf die weibliche Ärztin warten. Die verrichtet grade im Tempel ihre Gebete. Vier Stunden später taucht sie endlich auf. Sie versorgt mich mit einem Pflaster. Davon werde ich nicht gesund.
Ich mache mich auf den Weg Richtung Festland. In Chennai gibt es ein echtes Krankenhaus. Nach drei Tagen komme ich an. Es wirkt professioneller, eine wirkliche Behandlung erfahre ich dort allerdings auch nicht. Darüber hinaus verstehe ich nur einen Bruchteil von dem medizinisch-indischen Englisch des Doktors.

Nach einem Telefonat mit einem deutschen Arzt mache ich mir langsam Sorgen und organisiere meine baldige Heimreise. Eine gute Idee. Kaum komme ich nach einem weiteren Tag in der deutschen Ambulanz an, rüstet sich das Klinikpersonal mit Ganzkörperschutzanzügen. Am nächsten Morgen werde ich operiert und die folgende Woche im Krankenhaus auf das Feinste verwöhnt. Einzelzimmer, dreimal am Tag rollt Essen an mein Bett, morgens bekomme ich vor dem Frühstück eine Tageszeitung. So eine tolle Unterkunft hatte ich seit langem nicht. Und letztlich stellt sich heraus, dass ich so wild krank nicht bin, die Heilung aber zwei Monate in Anspruch nehmen wird. Eine baldige Fortsetzung meiner Reise rückt in die Ferne.

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Mamallapuram. Weltkulturerbe am Angelhaken.

Von Vizag fahre ich nach Chennai. Dort möchte ich in den nächsten Tagen Peter und Carina treffen. Wir kennen uns aus Usbekistan. Die beiden wollten mit dem Fahrrad von Hongkong nach Deutschland fahren. Wie ich wurden sie in Zentralasien vom Winter überrascht und sind nach Süden abgebogen.
Chennai soll groß, heiß und verkehrs-chaotisch sein. Wie alle indischen Städte. Deshalb bleibe ich nicht in der Stadt, sondern fahre etwas weiter nach Mamallapuram. Ein kleines Fischerdorf mit Tempel am Strand. Er gehört zum Weltkulturerbe und wird durch weitere Tempel, Höhlen und Felsbildhauereien in der Nähe ergänzt. Als sich beim Tsunami 2004 das Wasser zurück zog, wurden sechs weitere Tempel sichtbar, die vorher jahrhunderte lang überflutet und in Vergessenheit geraten waren.

Die Attraktionen locken Busse voller Touristen an. Bei ihrer Fahrt durchs Dorf starren sie Inder und Rucksackreisende aus der Sicherheit des klimatisierten Busses heraus gleichermaßen fasziniert an. Bevor sie abseits des Dorfzentrums in eingezäunten Ressorts aussteigen. Nur beim Besichtigen der Sehenswürdigkeiten kommt es zu kurzen Begegnungen.
Im Dorf wohne ich bei einer Familie, die kleine Strohütten für Gäste anbietet. Es ist etwas abseits, dafür günstig. Und der Weg zum Strand führt mich an den Werkstätten der Bildhauer vorbei. Mamallapuram ist in Indien der maßgebende Ort für dieses Handwerk. Bestellungen aus aller Welt gehen hier ein. Hauptsächlich Statuen für Tempel oder private Kunden werden in zur Straße offenen Werkstätten angefertigt. Die vollendeten Kunstwerke stehen bis zum Verkauf und Abtransport auf dem Bürgersteig. Beliebte Figuren sind Ganesh, Hanuman, Rama, Sita und weitere Inkarnationen von Gottheiten. Außerdem Elefanten, Stiere, Schlangen, Tiger, Schalen in Lotusblütenform und noch viel, viel mehr. Das meiste ist religiösen Ursprungs. Ich suche nach halb vergessenem Vorwissen und frage mich langsam in die Grundlagen des Hinduismus hinein.
Ganesh mit dem Elefantenkopf ist der hinduistische Ödipus. Nachdem Shiva seinen Sohn versehentlich geköpft hat setzt er ihm den Kopf eines Elefanten auf. Hanuman ist ein Diener Ramas und tritt als Affe auf. Shiva, Vishnu und Shakti sind die Hauptgottheiten der drei wichtigsten hinduistischen Ausrichtungen. Krishna und Rama sind Verkörperungen von Vishnu. Sita ist Ramas Geliebte. Sie alle sind Inkarnationen der nicht manifestierten Weltseele Brahma. Etwas verwirrend, sehr spannend, vielfältig und bunt kommt das ganze Phanteon mir vor.
Unter dem Begriff Hinduismus werden verschiedene religiösen Vorstellungen aus ganz Indien zusammengefasst. Sie haben teilweise gemeinsame Grundlagen und weisen Parallelen auf, den Hinduismus an sich gibt es jedoch nicht. Das macht es nicht einfacher sich in dem Wirrwarr von Göttern und Geschichten zurechtzufinden. Für den Anfang nehme ich mir die Lektüre des Ramayana vor. Einer Heldendichtung, die ich als Bilderserie in einer Kunstgalerie bereits gesehen habe und als Geschichte eingängig fand. Gibt es auch als Comis. Der ist leider nicht im Internet zu finden.
Ich mache einen Tagesausflug nach Kanchipuram. Die Stadt ist nicht schön aber dank ihrer vielen Tempel bedeutend. Die liegen über das Stadtgebiet verteilt. Als erstes leihe ich mir ein altes klappriges Fahrrad aus, um den lästigen Diskussionen mit den Rikschafahrern aus dem Weg zu gehen. Außerdem brauche ich mal wieder Bewegung.
Die Tempel sind in der Tat beeindruckend. Vor dem Eingang werden die Schuhe abgestellt. Eine Horde Aufpasser steht bereit meine Sandalen zu beaufsichtigen. Danach kommt die Reihe der Bettler. Auf dem Tempelgelände sind Führer und Priester in erster Linie hinter den Rupien der Gläubigen her. So wird der Gang durch ein Heiligtum zum Goldeselalmabtrieb.
Am nächsten Tag treffe ich Peter und Carina. Alle drei sind wir mehr an Erzählen, Lungern, Essen und Trinken als an Chennai interessiert. Die beiden sind die letzten zwei Monate in etwa die Route mit dem Fahrrad gefahren, die ich in entgegengesetzter Richtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen gedenke. Wir haben in Usbekistan nur einige Tage miteinander verbracht. Trotzdem fühlt es sich an, als ob ich nach langer Zeit alte Bekannte wiedersehe. Ich genieße den Tag sehr.
Die restliche Zeit in Mamallapuram verbringe ich am Strand. Im Restaurant auf der Terrasse sitzen, lesen, die weitere Reiseroute ausarbeiten, morgens und abends je eine Yogasitzung. Mir steht der Sinn nach Aktivität. Auf der Suche nach schönen Tauchgründen fallen mir die Andamanen ins Auge. Von Chennai fährt ein Schiff dorthin. Ich verspüre keinerlei Bedürfnis nach drei bis fünf Tagen Bootsfahrt auf engstem Raum, verstopften Toiletten und schlechtem Essen. Glücklicherweise gibt es auch Direktflüge zu der Inselgruppe im indischen Ozean. Ich buche kurzentschlossen. Eine halbe Stunde später schreibt die Fluggesellschaft mir eine SMS, heißt mich als Kundin willkommen und informiert mich wann ich wo mit wie viel Gepäck sein soll. Faszinierend.

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back in town

unverhofft bin ich wieder in deutschland. und die nächsten wochen unter meinen alten mobilnummer zu erreichen. die restlichen indien berichte folgen in ein paar tagen

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Vizag. Flitterwochen mit mir.

Zum Glück hat Visakhapatnam wie viele indische Städte mehr als einen Namen und wird auch Vizag genannt. Das ist einfacher auszusprechen und zu behalten. Manche Ortsnamen kann ich mir auch beim zwanzigsten Versuch kaum merken und schlage sie immer und immer wieder im Reiseführer nach. So kann ich zum Beispiel am Busbahnhof nach dem richtigen Bus fragen. Es ist mir immer noch nicht gelungen ein Zugticket zu kaufen, deshalb bin ich weiter auf der Straße unterwegs.

Große Städte haben Busterminals mit über hundert Haltebuchten verteilt auf mehrere Gebäude. In den überdachten Fluren dazwischen drängen sich Menschenmassen um Teestände, Imbissbuden, Gepäckberge und schlafende Wartende. Spät abends fahren wir los und kommen am nächsten Morgen in Vizag an.

Die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates Andhra Pradesh liegt an der Ostküste am Golf von Bengalen. Das ehemalige englische Seebad ist beliebt als Ausflugsziel für Pärchen und Familien. Außerdem hängt die ortsansässige Jugend am Strand herum. Dazwischen ich. Die indischen Touristen interessieren sich wenig für mich, die Gruppen junger Herren dafür um so mehr. Zu einem ausgedehnten Spaziergang am Strand fehlt mir unter diesen Umständen die Motivation. Kurzfristig werde ich Mitglied im indischen Jugendherbergsverein und bekomme so eines der wenigen erschwinglichen Zimmer an der Promenade. Es riecht merkwürdig, hat aber Seeblick.

Die letzte Nacht auf dem Weg hier her konnte ich nicht viel schlafen und die gesunde Seeluft tut ihr Übriges. Sehr müde freue ich mich abends auf mein Bett. Ich spanne das Moskitonetz auf und schalte das Licht aus. Kurz darauf juckt mein linker Fuß. Ich versuche es zu ignorieren. Dann juckt es auch rechts und wenig später an diversen Stellen. Obwohl ich mich in Chemie getränkt habe und unter einem Netz liege. Sehr seltsam. Als ich das Licht einschalte, versuchen meine Peiniger zu fliehen und verheddern sich dabei von innen im Moskitonetz. Ich teile mein Schlafgemach mit einer Bettwanzenfamilie. Dynamisch springe ich aus dem Bett und mache mich auf den Weg zur Rezeption. Auch ohne passende Übersetzung erfassen die Mitarbeiter die Sachlage. Ich bekomme ein neues Zimmer. Phantomkrabbeln hält mich in dieser Nacht lange wach. Bei der Internetrecherche zum Thema Bettwanzen erfahre ich, dass der spezielle Geruch des Zimmers mich hätte warnen sollen. Bettwanzenbefall verät sich durch einen Duft von lange nicht gewaschenen Füßen mit einer leicht süßlichen Note. Ich setze “an der Matraze riechen” auf meine interne Agenda zur Zimmersuche.

Am nächsten Tag eröffnet mit der Rezeptionist, dass ich nur noch eine Nacht bleiben kann. Das neue Zimmer ist bereits reserviert. Am liebsten möchte ich sowieso schnell wo anders hin. Meine Vorauszahlung möchte er nicht wieder herausrücken. Ich sehe mich gezwungen eine lautstarke Szene in der Lobby zu inszenieren. Leider erfolglos. Mit meinem hoffentlich noch insektenfreien Gepäck mache ich mich auf die Suche nach einer anderen Bleibe.

Nach der Aufregung brauche ich Luxus. Am Strand gibt es ein klimatisiertes Café mit Fensterfront zum Meer. Ein gigantischer Becher heiße Schokolade und ein Pfannkuchen mit Schokosoße, gerösteten Bananenscheiben, Walnüssen und Vanilleeis versöhnen mich wieder mit Vizag.

Das Touristenbüro bietet Stadtrundfahrten und Ausflüge in die Umgebung an. Einen Tag lang lasse ich mich mit einem Bus voll von überwiegend betagten, gut gelaunten indischen Touristen durch die Stadt fahren. Wir besichtigen diverse Ausgrabungen, Tempel, das Marinemuseum mitsamt russischem Uboot und eine Kunstgalerie.

Am nächsten Tag trifft sich fast die gleiche Gruppe zur Eisenbahnfahrt ins Aruku-Tal. Von der Küste schlängelt sich die Trasse ein bewaldetes Tal hinauf. Dort oben befindet sich eine alte englischen Bergstation. An der Endhaltestelle steigen wir in einen Bus um und fahren durch Kaffee- und Kakaoplantagen weiter ins Hinterland. Hier leben Stämme davon, den Touristen ihre Tänze vorzuführen und das traditionelle Kunsthandwerk zu verkaufen. Mich lockt mehr die benachbarte Schokoladenmanufaktur. In Hyderabad hat mir letzte Woche jemand eine Praline geschenkt und erzählt, dass er sie hier gekauft habe. Ein zart schmelzender Traum aus dunklem Kakao und Kaffeebohnensplittern. Bald habe ich mein Begehr in dem Laden verständlich gemacht und halte die kleinen Köstlichkeiten in den Händen.

Die Tour geht weiter zu einer Reihe heiliger Tropfsteinhöhlen. Verwundert stelle ich fest, dass einige Mitglieder meiner Gruppe auf dem Weg hinunter in die Höhlen schwächeln. Die Damen und Herren sind teilweise ganz schön unfit. In diesem Land leiden so viele Menschen Hunger, trotzdem sehe ich täglich viele Übergewichtige. Und Indien ist die Heimat des Yoga, in Ansätzen sportlich sind aber die wenigsten. Lauter Gegensätze immer und überall.

Mir steht der Sinn jetzt nach Entspannung. Die meiste Zeit habe ich bisher in Städten verbracht. Neben anderen, reizvollen Seiten sind sie unglaublich laut, brodeln vor Menschen, sind staubig mit hoher Luftverschmutzung und riechen. Die eine Straße duftet intensiv nach Gewürzen, dass ich kaum weiß wohin ich mich zuerst wenden soll. Hinter der nächsten Ecke raubt mir ein Müllhaufen den Atem. Sämtliche Sinne sind ständig gefordert. Ich folge einer Empfehlung und fahre als nächstes in einen kleinen Ort an der Küste in der Nähe von Chennai, ehemals Madras. Das liegt im nächsten Bundesstaat, Tamil Nadu, südlich von Andhra Pradesh.

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neu

da die seite eine weile offline war nun gleich zwei neue berichte. leider keine fotos. das alte leid.

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Hyderabad. Salam Aleikum meets Namaste.

Nach einigem hin und her ändere ich einen Tag vor dem Abflug meinen Zielflughafen  und lande in Hyderabad. Das in Indien, nicht in Pakistan. Indien hat 28 Bundesstaaten und ist ziemlich groß. 10 mal größer als Deutschland. Randvoll mit Menschen.
Hyderabad ist die Hauptstadt des Bundesstaates Andhra Pradesh. Sie liegt im Südosten des Landes. Neben der hinduistischen Mehrheit leben hier zahlreiche Muslime. Das Stadtbild wird gleichermaßen von Hindutempeln und Moscheen geprägt. Nach langem höre ich wieder die vertrauten Rufe der Muezzin. Mitten in der Stadt steht auf einer Insel in einem See eine 18 m Buddhastatue aus weißem Granit.
Vor hunderten Jahren sind arabische Armeen ins damals politisch nicht nennenswert organisierte Indien einmarschiert und haben das Gebiet besetzt. Ihr Einfluss war im Norden stärker, aber überall im Land finden sich Spuren. Die ehemalige englische Kolonie Indien wurde beim Übergang in die Unabhängigkeit 1947 dann in einen überwiegend muslimischen Teil (Pakistan) und einen hinduistischen (Indien) geteilt. Die  religiösen Gruppen hatten sich über die Jahrhunderte schön vermischt und eine einfache Grenzziehung war nicht möglich. Heute stellen Muslime die größte Minderheit in Indien dar. Wer den Film Gandhi gesehen hat oder anderweitig vorgebildet ist, weiß, dass das alles nicht ohne Spannungen abgelaufen ist. Und die  Auseinandersetzungen halten an.
In Hyderabad leben die Anhänger der verschiedenen Religionen absolut friedlich miteinander. Geduldig bekomme ich immer wieder erklärt, welcher Religion mein Gegenüber angehört, falls ich es mal wieder nicht am Vornamen erkenne. Dementsprechend ist dann auch klar, ob derjenige lieber mit Salam Aleikum oder Namaste begrüßt werden möchte. Welche Sprache er neben Englisch und Hindi vermutlich noch spricht und welche Ernährungsgewohnheiten er verfolgt. Hindus essen keine Kühe. Grundsätzlich ist Fleisch nicht verboten, viele leben aber vegetarisch. Genauso wie die Buddhisten, von denen es jedoch nur einen kleinen Anteil gibt. Muslime essen wie überall keine Schweine.
An den Restaurants (die verwirrender Weise Hotel heißen, genauso wie die Hotels) steht außen angeschrieben, ob sie vegetarisch kochen oder auch Fleisch anbieten und welche regionale Ausrichtung sie haben. Denn jeder Bundesstaat hat seine eigenen Spezialitäten und eine besondere Art zu würzen. Das hilft mir alles noch wenig. Ich probiere mich einfach durch und versuche den Namensbestandteilen eines Gerichtes zu entnehmen, worum es sich so ungefähr handeln könnte. Grundsätzlich ist das Essen ziemlich scharf. Und bisher war alles sehr, sehr lecker.
Zum Frühstück hatte ich Reistaler in Soße, kleine flache Brote mit Gemüsecurryauflage und gerollte Pfannkuchen mit Füllung. Dann habe ich mich mit den tausenderlei  süßen oder scharfen, meistens frittierten Leckereien der Straßenstände durch den Tag gefuttert. Zum Abendessen favorisiere ich bislang cremige Currys. Die vegetarischen bestehen aus Gemüse, Hülsenfrüchten und/oder Paneer (irgendwo zwischen Tofu und Feta anzusiedeln) in Soße. Dazu gibt es Reis und unterschiedliche Brotsorten. Alleine mit den Curryvarianten werde ich mehrere Wochen beschäftigt sein. Und das ist ja nur eine Abteilung auf der Speisekarte.
Wenn ich grade nicht mit Essen beschäftigt bin, besuche ich eine der vielen  Sehenswürdigkeiten der Stadt, die mir irgend jemand empfohlen hat. Oft werde ich gefragt, ob ich hier arbeiten würde. Wenn ich dann sage, dass ich einfach nur das Land besuche werde ich kurz ungläubig, dann erfreut angeschaut. Und bekomme umgehend eine ausführliche Liste der unbedingt zu besuchenden Orte mitgeteilt. Der folge ich dann und fahre sehr gut damit.
Das ich alleine unterwegs bin ist und bleibt für die meisten unfassbar. Allein sein ist in für  Inder eine verstörende Vorstellung. In diesem Land ist man ja auch nie irgendwo allein. Sie können es nicht begreifen, das ich so weit weg von meinem Zuhause, meiner Familie und meinen Freunden bin, freiwillig, und sogar noch Geld dafür bezahle.
Ich schaue mir die Buddhastatue an, verschiedene Paläste, Tempel, Türme und Basare, gehe ins Planetarium und schlendere durch die Stadt.
Das 500 Jahre alte Fort Golconda, das die ersten muslimischen Eroberer errichtet haben, hat eine höchst faszinierende Architektur. Wenn am Eingangstor unter einer Kuppel geklatscht wird, hört man das laut und deutlich hunderte Meter weiter den Hügel hinauf im ehemaligen Büro des Herrschers. Von dort kann dann eine Nachricht zum äußeren Schutzwall geklatscht werden. Unter dem Schlafgemach des Königs ist die Besucherhalle. Durch feine Einkerbungen in den Säulen wird das Echo sogar leise geflüsterter Worte in die obere Etage  übertragen. Wer dem König nicht wohlgesonnen war wurde bei nächster Gelegenheit den Krokodilen serviert. Es gab eine Wasserversorgung, die mit Hilfe einer Pumpe den ganzen Hügel mit frischen Wasser versorgt hat und eine Kanalisation. Der König hat an einem Tag der Woche gearbeitet. Die restliche Zeit war er mit seinem Harem beschäftigt. Offiziell durfte er nur vier Frauen haben, hat sich aber dauernd scheiden lassen und konnte wieder heiraten. Alle Frauen durften weiter im Palast wohnen.
Ebenso beeindruckend ist der etwas jüngere Chowmahalla-Palast. Dort hat bis zur Unabhängigkeit von England der Nezam, der höchste lokale Aristokrat, gewohnt. So stelle ich mir die Residenz eines Maharadschahs vor. Weitläufig, detailverliebt, mit Springbrunnen, Palmen, Elefanten- und Tigerstatuen. Orientalisch mit einem Hauch Kolonialstil. Die umfangreiche Fotosammlung gibt einen tollen Einblick in das königliche Leben des 19. und 20. Jahrhunderts. Empfänge mit den englischen Kolonialherren. Paraden mit Elefanten, Kamelen und Baldachinen aus Palmblättern. Der aktuelle Prinz lebt in Australien und kommt nur ab und zu für wohltätige Aktionen vorbei. Politisch ist er nicht mehr aktiv. Indien ist, in Bezug auf die Einwohnerzahl, die größte Demokratie der Welt.
Etwas außerhalb von Hyderabad liegt die Ramoji-Film-City. Es ist das zweitgrößte Studio Indiens nach Bollywood. Hier werden Fernseh- und Kinoproduktionen hergestellt. Außerdem ist es eine Art Freizeitpark. Mit einem Bus werden wir, also ich und die tausenden indischen Touristen, durch die Kulissen gefahren. Es gibt ein Gefängnis, einen Flughafen, ein Krankenhaus, eine Kleinstadt und noch viel mehr zu sehen. Alles aus Pappmaché. Nebenan sind verschiedene Gärten angelegt, in denen die typischen Tanzszenen gedreht werden. Dann gibt es noch einen Bereich mit Fahrgeschäften und Shows. Nicht zu vergessen mich. Einige hundert Mal möchte sich jemand mit mir fotografieren lassen. Ein Junge fragt nach einem Autogramm.
Die auf dem Gelände verteilten Ordner finden schnell heraus, wie unorientiert ich bin. Die Wegweiser sind kryptische Schnörkel in der lokalen Schriftsprache. Wenn ich eine Attraktion verlasse, kommt sofort jemand gelaufen und schleust mich zur nächsten. Zum guten Schluss lande ich in einem Aufnahmestudio. Dort wird demonstriert, mit welchen einfachen Mitteln eine Filmszene produziert werden kann. Ein Freiwilliger wird gesucht. Meine Mitbesucher und der Moderator sind sich sofort einig, dass das meine Rolle ist. Ich werde in einen Sari gewandet und in eine Wildwestkutsche gesetzt. Sie steht auf Federn. Pferde gibt es nicht. Mit Hilfe der Zügel bringe ich die Kutsche zum wackeln. Gleichzeitig soll ich eine Peitsche schwingen und abwechselnd nach hinten und nach vorne in die Kamera schauen. Das Publikum tobt. Ich schwitze. Während ich aus meinem Dress befreit werde, wird die Sequenz geschnitten, vertont und mit Hintergrundbildern versehen. Das Ergebnis zeigt eine wilde Hetzjagd. Eine Horde Cowboys verfolgt mich. Die Kutsche schlingert. Knapp entkomme ich den Banditen. Wie der Sari den Weg in den Wilden Westen gefunden hat bleibt offen.
Im Reiseführer steht geschrieben, es verirren sich nicht viele Touristen nach Andhra Pradesh. Das ist übertrieben. Ich bin vermutlich aktuell die einzige. Ein lila Alien mit fünf Augen könnte nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf der Straße drehen sich fortwährend Menschen nach mir um, fragen wie ich heiße, wo ich herkomme, warum ich hier bin, was ich mache und ob ich auch den Herrn Hitler kenne. Dieser bekannte Deutsche aus dem Geschichtsunterricht.
Wenn ich an der Haltestelle, im Bus, der Warteschlange oder im Restaurant bin schart sich meistens bald eine Ansammlung um mich. Manchmal entwickelt sich mit dem ein oder anderen ein längeres Gespräch. Die Menschen sind unglaublich wissbegierig und mitteilsam. Sobald ich in der Öffentlichkeit unterwegs bin, habe ich durchweg Entertainment. Insgesamt bin ich auch viel alleine. Die Abende verbringe ich meistens im Zimmer und bin heilfroh, das ich eine üppige Videothek und viel zu lesen dabei habe.
Die nächste Station ist der kleine Ort Warangal. Auf dem Weg lerne ich im Bus Jaleel kennen. Er hat geschäftlich in Warangal zu tun und fährt die drei Stunden erst hin und nach einem kurzen Termin gleich wieder zurück. Während der Fahrt unterhalten wir uns prächtig. Am nächsten Tag ruft er mich an und lädt mich ein, ihn zur Vermählung einer Freundin zu begleiten. Zum Wochenende werde ich also wieder zurück nach Hyderabad  fahren.
Erstmal steht aber jetzt der alte Tempel in der Nähe von Warangal auf dem Programm.  Nach einer Nacht in etwas, dass mehr nach Stundenhotel als allem anderen aussieht bin ich am nächsten Morgen früh unterwegs. Ich muss einige Male umsteigen. Bei jedem Mal ähnelt die Bushaltestelle mehr einem Fleck verlassener Erde. In einem Bus lerne ich eine Lehrerin kennen. Sie unterrichtet in der Grundschule im nächsten Dorf und lädt mich ein, sie dorthin zu begleiten.
Die Kinder sitzen wohlerzogen auf dem Boden, stehen auf als wir eintreten, nehmen Haltung an und sagen einstimmig einen Begrüßungsspruch auf. Danach unterhalten wir uns. Ich mache Fotos, bekomme die Schule gezeigt und kann mit den Kollegen und dem Schulleiter sprechen. Sie sind sehr stolz darauf, wie schön und neu ihre Schule ist. Sie hat ein richtiges Dach, so dass sogar in der Regenzeit unterrichtet werden kann. Heute findet keiner statt. Morgen ist nationaler Feiertag. Anlässlich der Einsetzung der Verfassung 1951 wird in der Schule zusammen die Flagge gehisst. Danach findet so etwas wie ein Schulfest statt und dafür wird heute geputzt.
Zu dem Tempel fahre ich danach auch noch. Mal wieder habe ich das Gefühl der eigentlichen Sehenswürdigkeit die Show zu stehlen. Zahlreiche Kinder werden mir in den Arm gedrückt, damit ihre Eltern Fotos von uns machen können. Nebenan hat sich das ehemalige Wasserreservoir der Mönche zu einem großen Stausee entwickelt. Zusammen mit einer Familie mache ich einen Bootsausflug. Auf dem Rückweg nach Warangal werde ich zuerst von einem Motorrad mitgenommen. Der Fahrer heißt mich an einer Kreuzung im Nirgendwo abzusteigen. Dann nimmt mich in eine Autoriksha auf, die statt der üblichen drei Passagiere zwölf transportiert. Den letzten Teil der Reise lege ich mit dem Bus zurück. Mal wieder schön überfüllt. Aber ich bekomme jedes mal einen Platz. Denn irgend jemand ist immer scharf drauf, dass ich neben ihm sitze und er sich dann während der Fahrt mit mir unterhalten kann.
Zurück in Hyderababd holt Jaleel mich vom Bahnhof ab. Er zeigt mir eine weitere Seite Indiens. Bisher sind meine Bilder mehr von Armut, Schmutz und viel Historie geprägt. Ich wohne in den günstigen Hotels, bin mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs und besuche Sehenswürdigkeiten. Dementsprechend treffe ich überwiegend Menschen, die im Tourismus beschäftigt sind. Oder längs der Wege wohnen, auf denen ich mich bewege. So habe ich die meisten Kontakte mit eher wenig gebildeten und dementsprechend auch wenig wohlhabenden Menschen. Mit Jaleel lerne ich etwas vom Leben der jungen, gebildeten, aufstrebenden Inder kennen. In den folgenden Tagen kümmert er sich formvollendet um mein Wohlergehen. Er zeigt mir die schönen Ecken der Stadt. Wir gehen im Einkaufzentrum ausgiebig shoppen. Ich brauche eine hochzeitstaugliche Aufmachung und finde mehr als ich bezahlen kann und in den Rucksack passt. Ganz nebenbei verstehen wir uns einfach gut. Mir macht es wieder viel Freude, mich intensiv mit jemandem zu unterhalten der mit Neugier durch die Welt läuft und die Dinge auch mal anders, um die Ecke und von der anderen Seite betrachtet. Und gerne lacht. Und das auch noch in einem für mich so spannenden und fremden Land, das ich grade anfange zu entdecken. In exzellentem Englisch, also inklusive Sprachkurs für mich. Geduldig beantwortet er mir all die vielen Fragen, die mir  ununterbrochen in den Sinn kommen. Warum wieso weshalb und was ist das?
Und ich lerne endlich, wie ein normaler Inder zu essen. Mit den Fingern. Dazu wird mit den Fingerspitzen der rechten Hand (außschließlich der rechten Hand, die linke ist für andere Dinge reserviert) etwas von dem soßigen Anteil der Mahlzeit mit Reis vermischt und zu einer Kugel geformt. Hand und Arm werden gehalten als benutze man einen Löffel. So wird die Kugel zum Mund geführt und mit dem Daumen über die Fingerspitzen in den Mund geschoben. Vor der nächsten Portion wird der Daumen einmal um die Fingerspitzen geführt um eventuelle Reste abzustreifen. Mich kostet es einige Überwindung die Köstlichkeiten auf meinem Teller überhaupt anzufassen. Meine anerzogenen Tischmanieren lassen meine Hand immer wieder zurückschrecken. Mit Essen spielt und matscht man nicht. Nach einigen unbeholfenen Versuchen komme ich der Eleganz des Originals erstaunlich nahe. Und finde es hoch spannend, wie der zusätzliche Sinneseindruck den Genuss des Essens verstärkt.
Die Trauung findet wie die meisten hinduistischen Hochzeiten morgens statt. Der Priester hat aus verschiedenen Daten der Brautleute die geeignetste Zeit des Tages berechnet. Braut und Bräutigam müssen verschiedene Aufgaben erfüllen. Einen Ring aus trüben Wasser fischen, sich Reis und Blumen über den Kopf rieseln lassen, der Braut wird eine Halskette umgelegt und noch vieles mehr. Das Alles zieht sich über mehrere Stunden. Die ganze Zeit wird Musik gespielt, die Gäste können umher laufen und sich unterhalten. Am Rand der offenen Halle wird währenddessen über offenen Feuern in riesigen Töpfen das Essen zubereitet. Am Ende gratulieren die Gäste dem Paar und das Buffet wird eröffnet. Gegessen wird im stehen oder auf den noch von der Zeremonie herum stehenden Stühlen. Danach löst sich die Gesellschaft auf. Nur wenn die ausgerechnete Zeit später am Tag ist, findet danach noch eine Party statt. Bei dieser Hochzeit folgt sie irgendwann später.
Etwas wehmütig verabschiede ich mich am nächsten Tag von Hyderabad und Jaleel. Erfahrungsgemäß braucht mein Gemüt immer ein paar Tage länger als ich im nächsten Ort anzukommen, wenn ich grade lieb gewonnene Menschen zurücklasse und alleine weiterziehe.

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Kathmandu. What to do?

What to do? ist der einer der meist gehörten Sätze in Kathmandu. Und bedeutet in etwa das gleiche wie Inschallah. Wobei da wenigstens noch gehofft werden darf. Er fällt immer dann, wenn irgend etwas außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt. Und der ist maximal so groß wie die eigenen Fußsohlen.

Ich versuche ein Kleid zu kaufen. Es passt nicht gut. Also bietet der Verkäufer an, es zu ändern. Maß nehmen ist nicht nötig. Ich bin gespannt und freue mich schon auf den weiteren Verlauf unseres Handels. Am nächsten Tag soll es fertig sein. Die nächsten fünf Tage haben wir weitere Verabredungen im Laden. Jedes mal fehlt einer. Der Schneider, der Verkäufer oder das Kleid. Das sich im Laufe der Tage durchaus verändert. Leider nicht wunschgemäß. What to do? Am Ende kaufe ich ein nicht fertiges Kleidungsstück. Es ist nämlich wirklich schön. Nur eine Knopfleiste widersetzt sich dem Schneider.

Mit ausreichend Geduld und der Fähigkeit, anderen Herangehensweisen neugierig zu begegnen, kann man in Kathmandu so ziemlich alles bekommen was man sich wünscht. Es gibt unglaublich gute Handwerker. Aus Silber, Gold, Stein, Holz, Leder und wer weiß was noch stellen sie filigrane Kunstwerke und hochwertige Produkte her. Schmuck, Gemälde und Statuen des buddhistischen und hinduistischen Pantheon. Und Kleidung. Leider überwiegend zum Trekking und dem Besuch von Hippie Versammlungen geeignet. Das alles zu einem nach europäischen Verhältnissen ziemlich günstigen Preis. Die Versuchung, dauernd neue Aufträge zu verteilen, ist groß.

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es gibt praktisch keine höher technisierte Industrie. Lokale Produkte wie Lebensmittel oder Handwerksartikel werden exportiert. Davon wird aber niemand reich. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Dort sind meistens wenig qualifizierte Menschen zu harten Bedingungen tätig. In meinem Hotel arbeiten vier Leute an der Rezeption. Nachts rollen sie ihre Matten im Foyer aus. Kochen können sie in einer kleinen Küche auf dem Dach. Ab und zu gibt es auf Anfrage ein paar Tage frei, um die Familie zu besuchen. Der Mitarbeiter nebenan im Reisebüro hat gleich zwei Jobs. Nachdem das Büro schließt, arbeitet er in einem Hotel als Nachtportier. Dort kann er je nach Betriebsamkeit schlafen und kommt dann morgens wieder ins Büro. Eine eigene Wohnung hat keiner von ihnen. Dafür reicht der Lohn nicht und es bliebe ohnehin keine Zeit sie zu nutzen.

Ich lerne ein Ehepaar aus der Schweiz kennen. Beide sind pensionierte Lehrer und engagieren sich nun in Nepal in der Lehrerausbildung. Ich erfahre einiges über das Bildungssystem. Es gibt eine fünfjährige Grundschulpflicht. Da viele Kinder auf dem Land weit weg von der nächsten Schule wohnen, wird sie nicht konsequent umgesetzt. Ab der ersten Klasse findet der Unterricht täglich von morgens bis in den Nachmittag hinein statt. Die Kinder sitzen dabei häufig in unbeheizten, mehr oder weniger dunklen Räumen. Der Unterricht wird frontal abgehalten. Der Lehrer redet. Gefragt wird nicht viel. Wer noch zwei Jahre Oberschule anhängt darf anschließend selber Grundschullehrer sein. Ich fange an zu verstehen, warum der Kellner einen Taschenrechner holt um 50 plus 50 zu rechnen. Leider komme ich nicht mehr dazu, in einer Schule zu hospitieren.

Als ich vor sechs Jahren hier war, gab es noch einen König. Ein Jahr später wurde er abgesetzt. An der jetzigen Regierung sind auch die damals noch ziemlich rebellischen Maoisten beteiligt. Eine Verbesserung der Lebensbedingen kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil. Ab Dezember häufen sich die Stromausfälle. Irgendwann verstehe auch ich, dass die geplant sind. Reihum wird jedem Stadtteil mal der Saft abgedreht. Am Anfang nur sechs Stunden täglich. Kurz vor Weihnachten sind wir schon bei zehn Stunden angekommen. Auf die angekündigten Zeiten kann man sich einigermaßen verlassen. Ich muss meinen Alltag nun gut planen, um einigermaßen zurecht zu kommen. Nach einer durchfrorenen Nacht kein Heißgetränk geschweige denn eine Dusche zu haben, macht keine Freude auf Stadterkundungen. Inzwischen ist es ordentlich kalt. Heizungen sind unbekannt. Ich kaufe also einen Heizlüfter. Warmes Wasser zum Duschen muss man eine Stunde vorher bestellen. Dann wird der Tank beheizt. Wenn niemand währenddessen Wasser laufen lässt, ist es irgendwann lauwarm. Das alles natürlich nur, wenn Strom fließt. Nicht zu vergessen, dass es ohne den kein Licht gibt. In einem eisigen Zimmer wird es auch bei Kerzenschein nicht romantisch. Und bei all diesen Widrigkeiten sind die Nepalis weitgehend herzlich und entspannt. Lächeln, lachen und erzählen den ganzen Tag. What to do? Mit Hilfe der vielen Generatoren, die jetzt überall laufen, schaffen sie es eine grundlegende Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Die Wäscherei braucht mal einen Tag länger oder der Drucker im Internetcafe funktioniert nicht. Aber beim zweiten oder dritten Anlauf bekomme ich meistens, was ich möchte.

Mehrmals wird gestreikt und protestiert. Ich verstehe nicht bis ins Detail, was genau mit dem Streik erreicht werden soll. Vielleicht ist es einfach ein Ausdruck allgemeiner Empörung. Dessen Einhaltung wird strengstens beachtet. Wer sich auf die Straße wagt, und sei in privater Mission, riskiert es als Streikbrecher angesehen und attackiert zu werden. Alles steht still. Kein Laden hat offen, die Restaurants sind geschlossen, Taxis fahren nicht. Wer an einem solchen Tag zum Flughafen möchte, treibt mit Glück eine Rikscha auf. Die braucht dann auf der leeren Straße aber auch nur zwei Stunden.

Während meiner ganzen Zeit in Nepal ist auch Denise da, die ich schon in Usbekistan kennen gelernt habe. Wir besorgen uns zwei kleine Campinggaskocher. Ursprünglich um morgens wenigstens einen Tee kochen zu können. Sehr schnell gehen wir zu Kochsessions über. Die Auswahl an Gemüse ist beeindruckend und unsere Speisekarte eine Abwechslung von Dal Bhaat und indischen Currygerichten. Die sind super. Aber sogar ich hab inzwischen ab und zu Lust auf was anderes. Dal Bhaat ist das nepalische Nationalgericht. Eine Platte mit Reis und als Beilagen Linsensuppe, gedünsteter Spinat und ein Curry. Alles wird zusammengemischt, mit einer Hand zu Kugeln geformt und in den Mund geschoben. Zweimal am Tag. Das Curry kann dabei variieren. Essen ohne Reis ist kein Essen und ein Tag ohne Dal Bhaat unvorstellbar. Mit den Händen mag ich es wegen dem allgegenwärtigen Dreck und meiner motorischen Unfähigkeit nicht essen. Aber so alle ein zwei Tage hab auch ich inzwischen Heißhunger darauf.

An allen Ecken der Stadt findet man Tempel von Hinduisten und Buddhisten. Zu den entsprechenden Zeiten verrichten sie ihre Puja-Rituale. Die Buddhisten drehen außerdem fleißig die Gebetsmühlen. Jeder dritte Laden verkauft religiöse Accessoires wie Statuen, Gebetsmühlen, Räucherwerk, die örtliche Variante des Rosenkranzes und andere zum Beten, Meditieren und Opfern notwendige Utensilien. Und es gibt einige große, bedeutende heilige Plätze.

In Pashupatinath verbrennen Hindus ihre die Toten. Eine riesige Anlage mit vielen kleinen und großen Tempeln erstreckt sich an den beiden gegenüberliegenden Ufern eines Flusses. Direkt am Wasser sind Podeste gemauert. Der Tote wird in einer Prozession dorthin getragen. Dabei ist je nach gesellschaftlicher Stellung genau festgelegt, wer wo verbrannt werden darf. Könige ganz oben, das gemeine Volk in Abstufungen weiter unten am Flusslauf. Am vorgesehenen Platz angekommen wird der Leichnam auf einen bereitstehenden Stapel Holzscheite gelegt und mit Tüchern und Blumen geschmückt. Es wird gesungen, getrauert und manchmal eine Rede gehalten. Am Ende wird alles Beiwerk wieder entfernt. Der Tote liegt nun offen da. Die Scheite werden angezündet. Ein süßlicher Geruch steigt auf. Sobald das Ganze einigermaßen herunter gebrannt ist, werden die Reste in den Fluss geworfen. Das Vorgehen mutet für mich zugleich feierlich und irritierend pietätlos an. Und eigentümlich faszinierend.

Der für mich wichtigste Ort ist Bodnath. Ein buddhistischer Stupa unbekannten Alters. Er steht auf einem von Gebäuden eingefassten Platz. Ein Stupa ist so etwas wie ein Mausoleum. Über einem Sockel ist eine Kuppel errichtet. Darauf ruht ein viereckiger Turm mit spitzem Dach. An den vier Seitenwänden sind die Augen Buddhas aufgemalt. Der Blick soll den Betrachter zur Reflexion anregen, ob sein Tun nach buddhistischer Vorstellung gut ist. Was im Wesentlichen bedeutet, Achtsamkeit und Respekt vor allem Lebendigen einschließlich sich selbst zu praktizieren. Angeblich ist unten im Sockel etwas oder jemand eingemauert. Er wurde aber noch nie geöffnet, deshalb weiß das niemand genau. Im Zuge ihrer Vertreibung haben sich in den letzten Jahrzehnten rund um den Stupa viele Tibeter niedergelassen. Das ganze Viertel ist inzwischen eine kleine tibetische Enklave mit entsprechenden Klöstern, Schulen, Geschäften und Restaurants. Den ganzen Tag kreisen Gläubige im Uhrzeigersinn um das Heiligtum, drehen ihre Gebetsmühlen, murmeln Gebete, zünden Butterkerzen an, lassen Glöckchen klingen und machen Niederwerfungen. Im Hintergrund erklingen Gongschläge und Hörner aus den Klöstern. Die Souvenierläden spielen Meditationsmusik. Jedes mal bin ich sobald ich den Platz betrete tiefenentspannt, klar und gesammelt. Für mich einer der beeindruckendsten Orte, die ich bisher besucht habe. Wenn Vollmond ist, kommen besonders viele Pilger her. Diesmal ist zum Dezembervollmond genau abends zur Gebetszeit Mondfinsternis. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich.

Irgendwann treffen die Motorradfahrer ein, die ich in Iran in der Wüste kennen gelernt habe. Eine Reise über Land durch Pakistan und Indien liegt hinter ihnen. Sie sind nur kurz in Kathmandu und fliegen bald weiter nach Thailand. Einen Abend gehen wir aus. Und ich bekomme eines der wenigen Male etwas vom Nachtleben mit. Ab elf Uhr abends ist Sperrstunde. Und seit Anfang Dezember sind deutlich weniger Touristen da, so dass einige Läden sogar noch früher schließen. An den meisten Tagen bin ich einfach nicht rechtzeitig parat und schon macht wieder alles zu. Ein paar Mal halte ich mich wacker in meiner favorisierten Cocktailbar. Die halbe Zeit alleine mit dem Kellner. Dafür dehnt er für mich die Happy Hour aus.

Der Abschied von Denise, Lama und Kathmandu rückt näher. Es ist komisch, nach fast zwei Monaten in Nepal nun wieder mal alle Sachen einpacken zu müssen. Und nach dem Einkaufsrausch der letzten Tage ist der Rucksack plötzlich viel zu klein. Zum Glück sind die Flughafenmitarbeiter mehr als entgegenkommend. Mein dezentes Übergepäck wird an der Waage vorbei geschleust. Weihnachten kann kommen.

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euch allen schöne weihnachten!

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Langtang. Rubbeldidupp auf den Gipfel.

Als mein Bruder Matthias ankommt, bin ich schon den ganzen Tag aufgeregt. Ich kann es kaum erwarten, endlich zum Flughafen zu fahren, ihn abzuholen. Wir haben uns seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Im Hotel packt er eine Überraschung nach der anderen aus. Eine deutsche Zeitung. Nachschub diverser Kosmetikartikel. 1000 Gigabite Filme. Einen Adventskalender. Schokolade. Weihnachtsgeschenke. Und von meiner Oma selbst gemachtes Marzipan. Ich revanchiere mich mit einem ersten Ausflug in die Stadt. Matthias meistert den alltäglichen Verkehrsstress bravourös.

Die wenigsten Straßen sind geteert. Kolonnen von Autos, Motorrädern, Rikschas, Fahrrädern, schwer beladenen Trägern und Kühen schieben sich durch schmale, holprige Gassen. Der Slalom um knöcheltiefe Schlaglöcher, Müll und Dung herum erfordert sämtliche Aufmerksamkeit. Motorisierte Verkehrsteilnehmer hupen ganz kurz bevor sie einem von hinten in die Beine fahren. Ein beherzter Sprung zur Seite verhindert den Zusammenstoß, sofern er in die richtige Richtung erfolgt. Nach dieser ersten Einheit in Überlebenstraining finden wir in einem der vielen kleinen Imbisse unser Abendessen. Diese sehen wie Garagen ohne Tor aus, sind mit ein paar Holzbänken bestückt und gegessen wird von Blechtellern. Dort ist oft das Beste der einheimischen Küche zu finden, und dazu noch unschlagbar günstig. Eine Schale Gemüsecurry gibt es ab 25 Cent. An Gewürzen wird nicht gespart. Sicherheitshalber sollte man immer eine Flasche Wasser dazu bestellen.

Früh am nächsten Morgen nehmen wir den ersten Bus in die Berge. Wir falten unsere langen Gebeine in die engen Sitze. Die Straße führt 170 km nördlich von Kathmandu in den Langtang Nationalpark. Der Bus benötigt für die Strecke sagenhafte 10 Stunden. Bei der Einrichtung des nationalen Bussystems haben die Nepalis ein wichtiges Detail vergessen. Es gibt keine Bushaltestellen. Potentielle Passagiere stellen sich vor ihrer Haustür an den Straßenrand. Der Bus hält alle paar Minuten an, um sie aufzunehmen. Gepäck wird auf das Dach gepackt. Viele Fahrgäste nehmen ebenfalls dort Platz, weil im Bus schon jeder Millimeter doppelt besetzt ist. Regelmäßig passieren wir Kontrollposten der Polizei. Dann müssen die illegalen Dachsitzer runter, gehen zu Fuß um die nächste Kurve und steigen dort wieder auf. Die Straßen sind so schlecht, das der Bus nur langsam schaukelnd und hopsend vorwärts kommt.

Nach ein paar Stunden halten wir zur Mittagspause. Ich freue mich schon. Bei solchen Stopps habe ich bisher manchmal fragwürdig ausschauendes aber immer beeindruckend lecker schmeckendes Essen gefunden. Heute steht der Suppentopf in dem schmalen Gang vor der Toilette auf dem Boden. Mit Farbe ist an die Wand gepinselt, bitte die Toilette nicht schmutzig zu machen. Das ist einfach. Noch schmutziger geht nicht. Heute machen wir also Diät.

Die nächsten Tage haben wir ein strammes Wanderprogramm. Matthias Urlaub ist begrenzt und wir wollen möglichst weit hoch in die Berge. Am ersten Tag quängelt er noch, warum ich ihn dazu überredet habe viele dicke, warme Sachen einzupacken. Wir laufen durch einen schwülwarmen Dschungel. Jeden Tag geht es mehr als 1000 Höhenmeter ein Tal hinauf. Durch den steilen Anstieg verändert sich die Landschaft rasant. Innerhalb weniger Stunden wird der Dschungel von Nadelwald abgelöst. In der nächsten Nacht friert es schon. Der Dunst der tieferen Gegend verzieht sich. Erste schneebedeckte Gipfel tauchen am Ende des Tales auf. Wir laufen an Hütten, Feldern und Yakherden vorbei.

Die Unterkünfte sind spartanisch. Fließendes Wasser kommt aus einem Schlauch, der vom Fluss abgezweigt wird. In dieser Gegend lebt ein vor langer Zeit aus Tibet eingewanderter Volksstamm. Die Menschen sind herzlich und freuen sich sichtlich über jeden Besucher. Neben zwei größeren Ansiedlungen leben längs des Pfades etliche Bergbauern. Alle möchten uns Tee und Joghurt aus Yakmilch servieren. Die Saison ist bereits vorbei und wir begegnen nur wenigen anderen Trekkern. Am zweiten Abend erreichen wir ein Bergdorf auf 4000 Metern. Wir finden eine Unterkunft mit Wintergarten und Lagerfeuer. Die langen Abende vertreiben wir uns mit spielen, erzählen, lesen und die Speisekarte rauf und runter probieren. Es ist so schön mit jemandem zusammen unterwegs zu sein.

Ausgerüstet mit reichlich Yakkäse, Brot, Eiern und Schokolade besteigen wir am nächsten Tag einen Gipfel. Beziehungsweise Matthias besteigt ihn. Ich passe hundert Meter unterhalb auf den Rucksack auf. Obwohl ich schon vom letzten Trekking akklimatisiert bin machen sich die paar Jahre Altersunterschied deutlich bemerkbar.

Der Abstieg das Tal hinunter erfolgt auf dem selben Weg. Das macht nichts, denn aus der anderen Richtung sieht vieles sehr anders aus und erscheint erneut unbekannt. Am letzten Tag entscheiden wir uns für eine Alternativroute. Nach 10 Minuten stehen wir mitten im Gestrüpp. Der Weg ist leidlich erkennbar. Plötzlich beginnen die Büsche um uns herum zu wackeln und grunzen. Wir stehen mitten in einer Herde Yaks. Die sind zwar friedlich, haben aber beeindruckende Hörner und weichen ungern aus. Irgendwann sind wir an sämtlichen Hindernissen vorbei und erreichen wohlbehalten das Bushaltestellendorf.

Die Rückfahrt steht nicht hinter den anderen Touren zurück. Diesmal gibt es irgendwann einen lauten Knall. Ein Reifen ist geplatzt. Wir stellen uns auf eine längere Pause ein. Der Busfahrer fährt so auf einen Stein, das der kaputte Reifen in der Luft hängt. Er hat nur einen kleinen Schraubenschlüssel und eine Brechstange. Innerhalb kürzester Zeit ist das Problem gelöst. Sehr beeindruckend. Es kann weiter gehen.

Wir freuen uns schon auf die erste hoffentlich warme Dusche nach einer Woche und die beiden restlichen Tage in Kathmandu. Das wird auch für mich neu. Weil ich mich dort so zu Hause fühle habe ich mich diesmal noch kaum mit den üblichen Touristenattraktionen beschäftigt.

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bilder

das bilderproblem ist geklaert, sobald ich zurueck in kathmandu bin lade ich sie hoch…und den neuen bericht gleich mit…in einer woche sollte alles da sein :)

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